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Kreistag macht mobil

Das Fortkommen von A nach B beschäftigte den Kreistag gestern gleich zweifach: Das Schülerticket und das Sozialticket, gemeint ist die Mobilitätscard, standen auf der Tagesordnung der Sitzung im Geisweider Rathaus. Die UWG-Fraktion hatte per Antrag darauf gedrängt,sich mit den Nöten hessischer Eltern auseinanderzusetzen, die ihre Kinder auf weiterführende Schulen nach Bad
Laasphe schicken. Aktuell besuchen 526 Schüler aus dem hessischen Hinterland diese Schulen; sie können mit dem "Schülerticket Hessen" billig bis nach Niederlaasphe kommen - die letzten 2 Kilometer auf NRW-Boden sind wegen der unterschiedlichen Verkehrsgemeinschaften und Tarifstrukturen sehr teuer. Es geht um knapp 40 Euro im Monat; ein Betrag, den Siegen-Wittgensteiner Schüler mit ihrem Schülerticket nicht bezahlen müssen. Grund genug für die Unabhängige Wählergemeinschaft, sich für ein länderübergreifendes "Grenzticket" stark zu machen. Ein Anliegen, das sie mit der Elterninitiative ."Hessenticket"
teilte. Deren Vertreter warben gestern im Geisweider Rathaus für ihre
Sache: freie Fahrt für Schüler eben von A nach B.
Landrat Andreas Müller teilte in diesem Zusammenhang mit, dass derzeit "konstruktive Gespräche" zwischen den Zweckverbänden RMV und VGWS geführt
würden. Eine Lösung sei in Arbeit.
Ende Januar 2018 soll sie als neues Ticket, das ab dem Schuljahr 2018/2019 auf beiden Seiten der Grenze gelten könnte, präsentiert werden.
Müller: .Das ist kein punktuelles Problem der Schülerbeförderung im Raum
Bad Laasphe, sondern ein generelles Problem für alle Grenzbereiche der Tarifgebiete."
Es sei denkbar. dass im kommenden Jahr für die Entlastung der Eltern
Ausgleichszahlungen von rund 40 000 Euro über die Mitgliedschaft im VGWS
notwendig werden. Der Landrat schlug vor, diesen Betrag vorsorglich zusätzlich zur Verfügung zu stellen - der Kreistag stimmte dem zu. Einstimmig, bei zwei
Enthaltungen und mit Sperrvermerk. Einstimmig wurde ebenfalls eine Resolution
zum Sozialticket von der Politik verabschiedet. Der Kreistag Siegen-Wittgenstein fordert die Landtagsabgeordneten in dieser Resolution auf, sich "nachdrücklich" dafür einzusetzen, dass das Angebot eines Sozialtickets komplett über das Jahr 2018 hinaus erhalten bleibt. Zur Erinnerung: Die nordrhein-westfälische Landesregierung wollte ursprünglich das Ticket abschaffen; Schwarz-Gelb kündigte dann an, zumindest im nächsten Jahr doch am Sozialticket für Bedürftige im Nahverkehr festzuhalten. Gegen die
geplante Abschaffung hatte es breiten öffentlichen Protest gegeben.
Eines der Argumente für ein Sozialticket:
Auch für die Verkehrsunternehmen im Zweckverband wären mit dem Wegfall des Tickets erhebliche Fahrgast-Verluste und Einnahmeausfälle verbunden, da
viele bisherige Nutzer nicht auf das normale Tarifangebot umsteigen könnten.
Allein im Kreis Siegen-Wittgenstein werden Einnahmen in Höhe von 2,3 Mill.
Euro pro Jahr generiert.

PDF - Artikel Siegener Zeitung 16.12.2017 - Kreistag macht mobil



(C) UWG Siegen-Wittgenstein